Indians starten in die dritte Bundesligasaison
Wieder einmal neigt sich eine Sommerpause am Pferdeturm dem Ende zu. Am Freitag starten die EC Hannover Indians in Ihre mittlerweile dritte Saison in der Eishockey Bundesliga.
Wie schon in den Jahren zuvor mussten sich die Indians Fans an zahlreiche neue Gesichter gewöhnen. War der Umbruch vor zwei Jahren nach dem Klassenerhalt in letzter Sekunde noch geplant gewesen, muss Trainer Bernie Kaminski in dieser Saison nicht ganz freiwillig ein fast komplettes neues Team formen.
Mit Marcus Sommerfeld, Alexej Dmitriev, Kevin Schmidt und Thorben Saggau verließen gleich vier Spieler den Verein, die man eigentlich gerne halten wollte. Kevin Schmidt und Alexej Dmitriev verließen aufgrund Ausstiegsklauseln die Indians in Richtung DEL (Hamburg) und KHL (Minsk) um Ihre Chancen in zwei höheren Ligen zu suchen. Thorben Saggau beendete seine Profil-Laufbahn und wird zusammen mit seinem Bruder Patrick für den Oberligisten Timmendorf stürmen. Bei Marcus Sommerfeld (Weißwasser) konnte man sich nicht auf einen Vertrag einigen.
Ganz neu anfangen musste man zum Glück aber nicht. Mit den Keepern Thomas Ower und Peter Holmgren, die beide stark in der Vorbereitung spielten, konnte man die wichtigste Position im Eishockey mit den bewährten Kräften weiter besetzen. Im Sturm geht Jamie Chamberlain in seine 6. ECH Saison und wird genauso Führungsarbeiten leisten müssen wie Sven Gerbig und DJ Jelitto. Einen weiteren Schritt nach vorne soll Talent Thomas Dreischer machen, der der vierte “überlebende” Stürmer der vorherigen Saison ist. Der restliche Sturm musste dagegen neu besetzt werden.
Aufhorchen lies die Konkurrenz die Verpflichtung von Dylan Gyori. Der kanadische Mittelstürmer kommt nach einer guten Saison für München in der DEL zurück in die Bundesliga. Der 32-jährige soll die Speerspitze des Indianssturm 2011/2012 werden und zusammen mit Landsmann Fraser Clair die erste Sturmreihe des ECH bilden. Clair ist die zweite viel beachtete Verpflichtung im Sturm. Der 30-jährige kanadische Power-Forward soll nicht nur Tore schießen sondern auch wieder die physische Komponente ins Spiel der Indians bringen. Viele Fans hatten sich nach dem Abgang von Adam Dewan wieder einen Spieler gewünscht der dort hin geht wo es Weh tut. Die Vorbereitung zeigte bereits, dass man mit dem Ex-Bremerhavener einen echten Glücksgriff gemacht haben könnte. Dritter Mann in Reihe 1 war zuletzt Michael Fröhlich. Der 25-jährigen Rosenheimer will nach einer schweren Verletzung in der Vorsaison wieder angreifen. Um ein Haar wäre Fröhlich bei seinem Heimatverein gelandet, doch die Indians schlugen schnell zu und sicherten sich die Dienste des universell einsetzbaren Stürmers.
Ein ganz anderer Spielertyp als Fraser Clair ist der letzte Zugang auf der Ausländerposition Ryan McDonough. Der erst 23-jährige Kanadier ging zusammen mit Ex-Indianer John Hughes bereits früh nach Europa (Red Bull Salzburg). Wie auch Hughes hat der Mittelstürmer eine beeindruckende Juniorenkarriere hinter sich (U17 und U18 Nationalspieler für Kanada, 1. Rundendraftpick in der CHL, über 280 Punkte in der OHL). McDonough ist schnell, hat eine starke Technik und wäre wohl körperlich robuster in Übersee eine feste Größe in den großen Profiligen geworden. Nun soll McDonough den zweiten Sturm führen, die zuletzt mit DJ Jelitto und Jamie Chamberlain als Nebenleute immer besser harmonierte.
Leider in der Vorbereitung verletzt war Stürmer Robin Just. Der Deutsch-Slowake kam aus Schwenningen zu den Indians soll für die nötige Torgefahr sorgen. Der 23-jährigen Außenstürmer ist ein schneller und eiskalter Scharfschütze der gerade bei Kontern seine stärken Ausspielen kann. Ebenfalls schnell auf den Schlittschuhen ist Marius Garten. Auch 23 Jahre jung ist der Ex-Eisbär Junior und letztjährigen Bremerhavener vielleicht DER Gewinner im Sturm der Vorbereitung. Schnell, trickreich, torgefährlich und trotz seiner nur 1,70m ein Spieler der auch Duelle mit weitaus größeren Spielern nicht scheut. In der Tradition von “kleinen Kämpfern” am Pferdeturm ein heißer Tipp für den Preis des Publikumsliebling.
Noch jünger und bestimmt nicht weniger hungrig sind die drei Jungsters im Indians Sturm. Alle drei mit Doppellizenzen für die Indians und Braves ausgestattet, alle drei erst 21 Jahre alt sollen Daniel Lupzig, Philipp Quinlan und Andrei Salzer an die Eishockey Bundesliga herangeführt werden. Alle drei werden um die letzte freie Position im Sturm der Indians kämpfen und gleichzeitig Führungsaufgaben bei den Braves in der Oberliga übernehmen. Zusammen mit dem neuen dritten Keeper Sebastian Kinader werden Sie sich alle nicht über die in diesem Alter so wichtige Spielpraxis beschweren dürfen.
Einen ungewöhnlichen, manche sagen sogar gefährlichen Weg, nehmen die Hannover Indians bei der Zusammenstellung der Abwehr. Eine rein deutsche Abwehr kann bis auf die Heilbronner Falken (gesponsert von den Mannheimer Adlern) kein anderer Bundesligist aufbieten und ist eine Lehre aus den letzten Jahren, wo die mit hervorragenden Referenzen ausgestatteten Kontingent-Verteidiger durch die Bank enttäuschten. Im allgemeinen gelten gute deutsche Verteidiger als das teuerste was man sich auf den Spielberichtsbogen schreiben kann. Nicht ohne Stolz konnten die Indians gleich vier sehr gute Bundesliga Verteidiger verpflichten. Trotz seiner schweren Verletzung in der Vorsaison dürfte Daniel Hilpert die zentrale Figur in der ECH-Abwehr werden. Der letztjährigen Münchener zeigte in der Vorbereitung sehr gute Leistungen und hielt seine junge Abwehr durch hervorragendem Stellungsspiel zusammen. Mit seinen Gardemaßen von 1,88m und 93 kg wird er der Spieler sein, der die wichtigen Zweikämpfe an den Banden und vor dem Tor bestreiten wird. Wenn es brenzlig wird, dürfte Hilpert die erste Option für Trainer Kaminski sein. Mit Markus Gleich und Peter Baumgartner holten man dazu noch junge Verteidiger, die aber schon über reiflich Erfahrung in der DEL und der Bundesliga gesammelt haben. Beide sollen auch die Offensive beleben und werden zusammen Danny Pyka und Talent Andreas Gawlik auch bei Überzahl an der blauen Linie zu finden sein. Bliebe nur noch die Verteidiger Position sechs, um die sich gleich drei Spieler bewerben. Jan Hemmes, Robin Thomson und die Axt Tobias Stolikowski konnten in der Vorbereitung Ihre Visitenkarten für die letzte Verteidigerposition abgeben. Mal schauen wer am Freitag in der Stammformation starten wird.
Zu sicher dürfen sich diese drei allerdings nicht sein, denn mit Jan Pantkowski und besonders U18 Nationalspieler Maik Blankart drängen starke Talente nach, die bestimmt den einen oder anderen Einsatz bei den Indians bekommen werden.
Auch wenn es einige nicht mehr hören können, die Mannschaft befindet sich noch in der Findungsphase. Die Vorbereitung lieferte durchwachsene Leistungen und Ergebnisse, die nicht wenige schon wieder zweifeln lassen, ob es nun endlich dieses Jahr mal mehr als nur das Mindestziel zu bejubeln geben wird. Wichtig wird ein guter Saisonstart sein, um nicht schon wieder früh in der Saison eine schlechte Stimmung rund um den Pferdeturm heraufzubeschwören. Der Geduldsfaden scheint in diesem Jahr bei vielen Fans besonders dünn zu sein. Das zeigte die (größtenteils unfaire) Kritik bereits nach den ersten Testspielen.
Sollte es dem Trainergespann Kaminski/Willmann gelingen eine echte Mannschaft zu formen, dürften die Indians um das Heimspielrecht (Platz 4) in den Play-Offs mitspielen. Die individuelle Klasse haben die EC Hannover Indians 2011/2012 ohne Zweifel….Zeit das man auch mal was davon auf dem Eis sieht.
Allen Freuden der Hannover Indians wünsche ich eine erfolgreiche und spannende Eishockey Bundesliga Saison 2011/2012
Foto: Indians-Fotogalerie
- Drei Neuzugänge und zwei Abgänge (19%)
- Indians schlagen Steelers nach Verlängerung (18%)
- Indians siegen verdient gegen den Meister (16.8%)
- Daniel Hilpert neuer Indians Häuptling (15.8%)
- Torhüter Quartett komplett (14%)
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Bombis wurde vergessen.Ebenfalls WW
Ich glaube die Nummer #16 wollte man nicht halten
Trotzdem Danke fürs Lesen.
Gruß
Stephan
Wenn man das so liest kann man es kaum erwarten das es wieder los geht…
Ich stimme dem Verfasser eindeutig zu ich kann die ewige Kritik im Vorfeld auch nicht mehr öhren. Ich sage nicht das alles super ist aber der Ton macht die Musik. Ich bin der Meinung, dass wir alle dem Team und dem Trainer ein bisschen Zeit geben sollten, wenn es nach einer angemessenen Zeit nicht so läuft wie vorgegeben, dann kann man immer noch konstruktiv Kritik üben. Denn eins ist mal klar, wenn gleich wieder Unruhe und selbst erzeugter Druck erzeugt werden könnte selbst ein Team wie Ravensburg ins Strauchel kommen.
Ich liebe das Anti-spam word!
Auch sonst eine hervorragende Saisoneinstimmung mit vielen wahren Worten. Man würde sich wünschen, dass auch die lokale Tagespresse und die Fahmedien auf ähnlichem Niveau berichten können wollten.
Klasse Vorschau, Daumen hoch von mir! Bin gespannt, wie sich der Haufen heute Abend präsentieren wird.
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